Aktionswoche „Trockene Laube“

Die Laube kämpft mit einem Problem vieler älterer Gebäude im Allgemeinen und älterer Gartenlauben im Speziellen: Feuchtigkeit in den Wänden. Die Feuchtigkeit kann eigentlich nur aus vier verschiedenen Richtungen kommen:

  1. Von oben, auch bekannt als Regen
  2. Von unten, auch bekannt als Grundwasser
  3. Aus der Wand, auch bekannt als Leitungswasser
  4. Aus der Luft, auch bekannt als Südostasien oder übermäßige Nutzung wasserdampfemittierender Gerätschaften.

Da die Wände tendenziell im oberen Bereich feucht sind, fällt Möglichkeit zwei bereits aus. Eine stichprobenartige Sondierung der Lage von der kleinen Haushaltsleiter aus zeigte auf dem Dach folgendes Bild:

Diese Ansicht spricht nicht gerade für die Regendichtheit des Daches. Damit war Punkt eins der Aktionswoche festgelegt: Abdichten dieser und etwaiger weiterer Risse bzw. Schadstellen auf dem Dach mit einer geeigneten Abdichtmasse.

Der nächste Wassereintrittspunkt war das Fenster, welches sich bergschädenbedingt nicht vernünftig schließen ließ. Hier versprach der Einsatz von Schleifpapier mit Motorantrieb Erfolg.

Der dritte Punkt war eine Mischung der Ursachen drei und vier der obigen Auflistung. Die Wasserleitungen waren soweit in Ordnung und es trat auch keinerlei Wasser an Stellen aus, die nicht dafür vorgesehen waren, aber die Toilettendruckspülung hat nicht ganz abgedichtet, sodass ein zwar minimaler, aber dennoch permanenter Wasserfluss feststellbar war. Auf den Wasserverbrauch hatte dies zwar keinen nennenswerten Einfluss (an der Wasseruhr war nicht die geringste Bewegung zu sehen), aber durch den steten Wasserfluss war immer frisches und damit kaltes Wasser in der Wandleitung. Die damit lokal gut gekühlte Wand bot der witterungsbedingt ohnehin feuchten und durch das undichte Dach noch feuchteren Luft einen willkommenen Ort zur Kondensierung des Wassers. Je nach Wetterlage war dieser Effekt derart stark, dass das Wasser an der Wand herunterlief und auf dem Boden permanent Wasser stand. Somit stand Punkt drei, die Erneuerung der Spülarmatur, der Aktionswoche fest.

Für die Abdichtung des Dachs bin ich, wo auch immer ich mich informierte, auf das Sortiment von MEM gestoßen. Nachdem ich mich in der Produktfülle für diverseste Spezialfälle fast verloren hätte, habe ich mich für „Dichtes Dach“ entschieden. Bei dem Namen kann es ja nur erfolgreich sein… Das Mittelchen hat durchaus seinen Preis und auch im Netz war es durch die Versandkosten nicht wirklich billiger, also gab es die Baumarktvariante. Zur ordnungsgemäßen Funktion gehört allerdings, dass die Spachtelmasse 24 Stunden vor Frost und Feuchtigkeit geschützt werden muss. Sollte gemeinhin für einen Juli kein Problem darstellen. Normalerweise jedenfalls. Aber dieses Jahr war dahingehend ja auch nichts normal und das „frostfrei“ hat zwar so gerade eben geklappt, aber auf trockenes Wetter musste ich dann schon gut zweieinhalb Wochen warten.

In der Zwischenzeit konnte ich mich aber auch bei Dauerregen um das Fenster kümmern und habe unter Einsatz diverser Schleifpapiere unterschiedlicher Körnungsgrade und einem Deltaschleifer immerhin so viel Lack bzw. Holz abgetragen, dass sich das Fenster mit etwas Schwung wieder schließen lässt. Die folgenden Vergleichsbilder wirken zwar sehr ähnlich, aber im Detail lässt sich der Unterschied dann doch erkennen. Im ersten Bild ist ziemlich genau in der Mitte die Stelle erkennbar, an der man auch bei geschlossenem Fenster rausgucken kann.

Am Stellung der Elemente des Fensterverschlusses zueinander kann man den Unterschied dann auch besser erkennen:

Der Regen ließ nicht nach und somit war der Austausch des Druckspülers an der Toilette der nächste Punkt auf der Liste. Bilder gibt es hier eigentlich nur eines, weil im Vorher-Nachher-Vergleich nicht wirklich ein Unterschied zu erkennen ist. Anzumerken ist nur, dass ich die neue Armatur ungefähr vier Mal appliziert habe. Der erste Versuch mit Teflonband schlug außerordentlich fehl. Nach dem Wiederaufdrehen des Haupthahns lief das Wasser einfach direkt die Wand herunter. Der zweite Versuch mit mir vertrauterem Material, also Hanf (insert bad joke here…), schlug auf Grund einer zu geringen Menge fehl. Beim dritten Versuch hat ein Teil des Dichtungshanfes den Wasserdurchfluss zu sehr reduziert und im vierten und letzten Versuch habe ich dann mit einer wirklich großen Menge Hanf (insert another bad joke here), welcher nicht in den Leitungsquerschnitt hereinragte einen dichten Anschluss und eine wieder funktionierende Toilettenspülung hergestellt. Auf dem Foto er noch nicht gerade und das anschließende Fallrohr fehlt natürlich auch noch.

Und es regnete immer noch.

Nachdem fast alle Hoffnung auf einen Sommer dahingeflossen war, sollte es schließlich zum vorletzten Juliwochenende erstmals keine Schauer, Regenfälle, Gewitter oder vergleichbare Niederschlagsereignisse mehr geben. Jedenfalls für die notwendigen 24 Stunden…

Die zur Stichprobeninspektion genutzte Haushaltsleiter reichte so gerade eben dafür, dass ich einen Blick auf das Dach werfen konnte. Zum Besteigen des Daches fehlte noch ein ganzes Stück. Aber ich hatte ja noch eine Weitere Leiter gleicher Bauart aber höheren Ausmaßes. Das gute Stück war zwar schon etwas älter, aber Roststellen ließen sich nicht ausmachen. Nachdem das gußeiserne Teil an Ort und Stelle verfrachtet war, begann ich den Aufstieg, nicht ohne die notwendige Portion Misstrauen in eine Leiter unbekannten Alters. Und es kam, wie es kommen musste:

Für den Zeitraum des Leiterzusammenbruchs habe ich dann wenig souverän an der Dachkante gehangen und auf den richtigen Zeitpunkt und Zielort des Absprungs gewartet. Was nun fehlte, war ein Plan B. Spachtel nebst dazugehöriger Masse waren bereits ohne mich auf dem Dach und ich saß mit einer zerstörten Leiter und leicht schmerzenden Fingern (die Dachkante ist nicht gepolstert) unten. Nach ein wenig Recherche konnte ich dann im Rahmen der Nachbarschaftshilfe eine stabile, neumodische Aluminiumleiter ausleihen und vertrauensvoll das Dach erklimmen.

Neben den beiden in der Stichprobe dokumentierten Rissen fanden sich noch einige vergleichbare anderen, die ich recht zügig und problemlos abdichten konnte. Problematisch war dagegen der Regenabfluss. Das Dach hat eine umlaufende Rinne innerhalb der eigentlichen Dachfläche (auf den „Nachher“-Bildern ganz gut zu erkennen). Damit der Abfluss zu den Regentonnen nicht verstopft, wurden vom Vorbesitzer aus Kaninchenzaun grobe Filter erstellt. Diese erfüllten ihren Zweck auch vorbildlich und hielten auch allerlei Geäst und Geläub zurück. Mutmaßlich in Ermangelung der notwendigen Wartung hielten sie aber auch das Regenwasser zurück, so dass sich zwei kleine Stauseen gebildet hatten, aus denen das Wasser nicht weiter ablaufen konnte. Da die Abdichtmasse nicht nur Trocknungs-, sondern auch Auftragebedingungen, namentlich sauber und trocken, mit sich bringt, ist in den nächsten Tagen wohl noch ein Aufstieg notwendig, um die gereinigte Regenrinne abdichten zu können.

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